Verfasst von: Janina Horn
Lesezeit: 7 Minuten
Veröffentlicht am: 20.09.2024
Verfasst von: Janina Horn
Lesezeit: 7 Minuten
Veröffentlicht am: 20.09.2024
In diesem Leitfaden über ADHS erhalten Ärzte, medizinisches Fachpersonal sowie Patienten eine kompakte und prägnante Zusammenfassung aller wichtigen Informationen rund um das Thema. Für eine vertiefende Auseinandersetzung mit spezifischen Aspekten haben wir ausführliche Artikel bereitgestellt, die weiterführende Details bieten und umfassendere Einblicke ermöglichen.
ADHS, die Abkürzung für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, ist eine neurobiologische Verhaltensstörung, die sich bei Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen manifestiert. Diese Störung zeichnet sich durch drei zentrale Merkmale aus:
Es ist jedoch wichtig hervorzuheben, dass ADHS nicht nur durch die damit verbundenen Herausforderungen definiert wird. Viele Betroffene verfügen über besondere Stärken, die oft übersehen werden. So kann die Impulsivität zu positiven Eigenschaften wie Spontaneität, Flexibilität und einem hohen Maß an Kreativität führen. Eine rein defizitorientierte Sichtweise auf ADHS wird diesen vielfältigen Facetten also nicht gerecht.
In diesem Leitfaden und den damit verknüpften Artikeln finden Sie umfassende Informationen zu ADHS: von den unterschiedlichen Bezeichnungen und den zentralen Symptomen, über die verschiedenen Typen und häufig auftretende Probleme, bis hin zu den Häufigkeitsraten, den möglichen Ursachen und dem Verlauf der Störung.
Es stehen heute zahlreiche wirksame Therapieoptionen für Erwachsene mit ADHS zur Verfügung, die individuell angepasst werden können. Diese reichen von medikamentösen Behandlungsformen bis hin zu nicht-medikamentösen Ansätzen, die sowohl isoliert als auch in Kombination eingesetzt werden können, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.
In Deutschland sind zur Behandlung von ADHS bei Erwachsenen die Wirkstoffe Methylphenidat, Lisdexamfetamin und Atomoxetin zugelassen. Diese Medikamente helfen dabei, die Symptome zu lindern und die Funktionsfähigkeit im Alltag zu verbessern. Gleichzeitig gibt es auch eine Vielzahl von nicht-medikamentösen Therapieansätzen, die in Erwägung gezogen werden können, wie zum Beispiel Verhaltenstherapie, Coaching oder Entspannungstechniken.
Die Wahl der geeigneten Therapie hängt stets von der individuellen Belastung und den persönlichen Bedürfnissen des Betroffenen ab. Das übergeordnete Ziel jeder Therapieform besteht darin, das Selbstmanagement zu stärken und den Alltag leichter zu bewältigen. Eine medikamentenfreie Therapie kann eine sinnvolle Alternative sein, insbesondere bei geringerem Leidensdruck, jedoch sollte immer der individuelle Schweregrad der Symptome als Maßstab für die Entscheidung dienen.
Für eine ausführliche und fundierte Beratung zur ADHS-Therapie bei Erwachsenen sollten Betroffene sich an einen Facharzt oder Therapeuten wenden, um eine auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnittene Behandlungsstrategie zu entwickeln.
Obwohl die wissenschaftliche Evidenz zur Wirksamkeit von Cannabis bei ADHS-Patienten noch nicht abschließend geklärt ist, greifen bereits viele Betroffene zu Cannabis als Form der Selbstmedikation. Diese Praxis deutet darauf hin, dass Medizinalcannabis möglicherweise für Menschen mit ADHS von Vorteil sein kann. Die regelmäßige Anwendung von Cannabis zeigt in einigen Fällen, dass Cannabinoide nicht nur die allgemeine Lebensqualität verbessern, sondern auch dazu beitragen können, Symptome wie Hyperaktivität und Impulsivität zu mildern. Zudem wird berichtet, dass Nebenwirkungen wie Angst und Reizbarkeit reduziert werden (Stueber et al. 2022).
Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die wissenschaftliche Bestätigung dieser positiven Effekte in kontrollierten Studien noch aussteht. Erste Forschungsergebnisse lassen jedoch vermuten, dass Cannabis positive Effekte haben könnte, während negative Auswirkungen weitgehend ausgeschlossen werden. Trotz dieser vielversprechenden Hinweise gibt es derzeit keine allgemeine Empfehlung für den Einsatz bestimmter Cannabis-Präparate bei ADHS.
Ein möglicher Ansatz könnte der Einstieg mit einem CBD-dominanten Präparat sein, das einen niedrigen THC-Gehalt aufweist. CBD wird oft besser vertragen und könnte eine gute Wahl sein, um erste Erfahrungen mit Medizinalcannabis zu sammeln. Vor der Anwendung sollte jedoch immer eine individuelle Beratung durch einen Arzt erfolgen, um mögliche Risiken zu minimieren und eine geeignete Dosierung zu finden.