Cannabis wird in der modernen Medizin zunehmend in unterschiedlichen Formen eingesetzt, vor allem als Cannabisblüten oder Cannabisextrakte. Dabei unterscheiden sich beide Darreichungsformen nicht nur in ihrer Herstellung, sondern auch in Wirkung, Dosierung und Anwendung. Gerade deshalb eignen sie sich jeweils für unterschiedliche Krankheitsbilder und therapeutische Ziele. Diese Vielfalt ermöglicht es, die Behandlung individuell auf Deine Bedürfnisse abzustimmen. In diesem Artikel erfährst du, wie Cannabisextrakte hergestellt werden, wie sie wirken und welche Vorteile sie im Vergleich zu Cannabisblüten bieten, inklusive der wichtigsten Unterschiede und typischen Anwendungsgebiete beider Formen.

Cannabisextrakte und Cannabisblüten zählen zu den gängigsten Darreichungsformen von medizinischem Cannabis. Dabei unterscheiden sie sich insbesondere in ihrer Herstellung, Zusammensetzung und Anwendung.
Cannabisextrakt
Als Cannabisextrakt bezeichnet man eine konzentrierte Form von Cannabinoiden und weiteren Wirkstoffen, die gezielt aus der Cannabispflanze gewonnen werden. Hierfür kommen in der Regel CO₂- oder Ethanolextraktionen zum Einsatz. Ziel dieser Verfahren ist es, ein hochwirksames Cannabis-Konzentrat herzustellen, beispielsweise in Form eines THC-Konzentrats oder eines CBD-Isolats.
Möchtest du selbst Cannabis Extrakt herstellen, ist neben dem Verfahren auch die Qualität der getrockneten Cannabisblüten entscheidend. Für medizinische Zwecke gilt jedoch, dass die Herstellung streng reguliert ist und ausschließlich professionell erfolgen sollte.
Cannabisextrakte können in verschiedenen Formen vorliegen, darunter Öle, Tinkturen, Konzentrate und Isolate. Im Vergleich zu Cannabisblüten enthalten sie eine höhere Konzentration an Cannabinoiden und Terpenen. Dadurch ermöglichen sie eine genauere Dosierung und bieten zudem eine längere Wirkungsdauer.
Cannabisblüten
Cannabisblüten sind die unverarbeiteten, getrockneten Blüten der weiblichen Cannabispflanze. Sie enthalten dabei eine Vielzahl von Cannabinoiden, Terpenen und anderen Wirkstoffen in natürlicher Form. Typischerweise werden Cannabisblüten geraucht, verdampft oder zur Herstellung von Cannabisprodukten wie Esswaren und Tees verwendet.
Im Gegensatz zu Cannabisextrakten haben Cannabisblüten eine schnellere Wirkung und eignen sich besser für die Behandlung von akuten Symptomen oder Schmerzspitzen.
Die Unterschiede zwischen Cannabisblüten und Cannabisextrakten liegen in ihrer Zusammensetzung, ihrer Wirkungsweise und in ihren Anwendungsmöglichkeiten.
Zusammensetzung
Cannabisblüten bestehen aus den getrockneten Blütenständen der weiblichen Cannabispflanze und enthalten eine natürliche Mischung von Cannabinoiden, Terpenen und anderen Wirkstoffen.
Cannabisextrakte hingegen sind konzentrierte Formen von Cannabinoiden und anderen Wirkstoffen, die mithilfe von Extraktionsverfahren aus den Blüten gewonnen werden. Sie können eine höhere Konzentration an spezifischen Cannabinoiden, wie THC oder CBD enthalten und sind oft frei von Pflanzenmaterial.
Wirkungsweise
Cannabisblüten wirken normalerweise schnell, insbesondere wenn sie geraucht oder verdampft werden, da die Wirkstoffe direkt über die Lunge aufgenommen werden.
Die Wirkung von Cannabisextrakten setzt langsamer ein, insbesondere wenn sie oral eingenommen werden, da sie erst den Verdauungstrakt passieren müssen. Jedoch dauert die Wirkung von Cannabisextrakten oft länger an und kann gleichmäßiger sein, als die von Cannabisblüten.
Anwendungsmöglichkeiten
Cannabis Blüten werden typischerweise geraucht, verdampft oder zur Herstellung von Esswaren und Tees verwendet. Sie eignen sich gut für die Behandlung von akuten Symptomen oder Schmerzspitzen.
Cannabisextrakte hingegen können oral eingenommen oder sublingual verabreicht werden und bieten eine genauere Dosierung.
Die Cannabis-Extrakt-Wirkung hängt dabei stark von der Zusammensetzung der Cannabinoide und Terpene ab. Hochkonzentrierte THC- oder CBD-Extrakte können gezielt gegen chronische Schmerzen, Spastiken oder Übelkeit eingesetzt werden. Auch Angststörungen, Entzündungen und Schlafprobleme zählen zu den häufigsten Cannabis Anwendungsgebieten.
Insgesamt bieten Cannabisblüten und Cannabisextrakte verschiedene Optionen für die medizinische Anwendung von Cannabis, wobei die Wahl zwischen den beiden Formen von individuellen Bedürfnissen und Therapiezielen abhängt.
Wie wirken CBD und THC bei der medizinischen Anwendung?
Bei der medizinischen Anwendung spielen CBD (Cannabidiol) und THC (Tetrahydrocannabinol) eine zentrale Rolle, da sie die wichtigsten Wirkstoffe in Cannabisblüten und Cannabisextrakten darstellen und jeweils unterschiedliche Effekte im Körper entfalten.
THC (Tetrahydrocannabinol)
THC ist der psychoaktive Bestandteil von Cannabis und verantwortlich für die bekannten Rauschzustände. Darüber hinaus besitzt THC jedoch auch medizinisch relevante Eigenschaften, darunter eine schmerzlindernde, entzündungshemmende und antiemetische Wirkung. In der Therapie kann THC helfen, Schmerzen zu reduzieren, Übelkeit zu lindern, den Appetit anzuregen und Muskelkrämpfe zu verringern. Der THC-Gehalt variiert sowohl in Cannabisblüten als auch in Cannabisextrakten, weshalb THC-dominante Produkte gezielt bei bestimmten Indikationen, wie starken Schmerzen oder therapieresistenter Übelkeit eingesetzt werden.
CBD (Cannabidiol)
CBD hingegen hat keine psychoaktive Wirkung und verursacht somit keinen Rausch. Stattdessen wird Cannabidiol insbesondere für seine entzündungshemmenden, angstlösenden, schmerzlindernden und krampflösenden Eigenschaften geschätzt. In der medizinischen Anwendung kann CBD dazu beitragen, Angstzustände zu reduzieren, Entzündungsprozesse zu hemmen, Schmerzen zu lindern und Krampfanfälle zu verringern. Auch CBD ist sowohl in Cannabisblüten als auch in Cannabisextrakten in unterschiedlichen Konzentrationen enthalten und wird bei einer Vielzahl von Krankheitsbildern eingesetzt, unter anderem bei chronischen Schmerzen, Entzündungen oder neurologischen Beschwerden.
Entourage-Effekt
Besonders relevant für die therapeutische Wirkung ist das Zusammenspiel von THC, CBD und weiteren Inhaltsstoffen der Cannabispflanze. In Cannabisblüten und Cannabisextrakten wirken Cannabinoide häufig gemeinsam mit Terpenen, was als sogenannten “Entourage-Effekt” bezeichnet wird. Dieser beschreibt das Phänomen, dass die kombinierte Wirkung mehrerer Cannabinoide und Terpene stärker und vielseitiger sein kann, als die isolierte Anwendung einzelner Wirkstoffe. Dadurch können Cannabisextrakte und Cannabisblüten je nach Zusammensetzung ein individuell angepasstes Wirkprofil entfalten, das gezielt auf die Bedürfnisse der Patient:innen abgestimmt wird.
Wie unterscheiden sich Cannabinoide und Terpene?
Cannabinoide und Terpene sind sowohl in Cannabisblüten, als auch in Cannabisextrakten vorhanden, jedoch variieren ihr Verhältnis und ihre Konzentration je nach Form:
Cannabinoide
In Cannabisblüten sind Cannabinoide wie THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) in ihrer natürlichen Form vorhanden, zusammen mit anderen Cannabinoiden, wie CBG (Cannabigerol) und CBC (Cannabichromen).
In Cannabisextrakten können Cannabinoide in konzentrierter Form vorliegen, abhängig von der Extraktionsmethode und dem Reinheitsgrad des Extrakts. Destillate können beispielsweise einen sehr hohen Gehalt an THC oder CBD aufweisen.
Terpene
Terpene sind aromatische Verbindungen, die nicht nur für den charakteristischen Geruch und Geschmack von Cannabis verantwortlich sind, sondern auch eine potenzielle Rolle bei den Wirkungen und therapeutischen Eigenschaften spielen. In Cannabisblüten sind Terpene in einer natürlichen Mischung vorhanden, die als Terpenprofil bezeichnet wird und für das Aroma und den Geschmack der Blüten verantwortlich ist.
Bei einigen Cannabis-Extraktionsmethoden können Terpene verloren gehen oder in geringerer Konzentration vorliegen, insbesondere bei Destillation oder Reinigungsprozessen. Einige Extrakte werden jedoch so hergestellt, dass sie Terpene in einem möglichst breiten Spektrum erhalten.
Insgesamt kann die Zusammensetzung von Cannabinoiden und Terpenen in Cannabisblüten und -extrakten variieren, was zu unterschiedlichen Wirkprofilen und Erfahrungen führen kann.
Für Cannabisextrakte und Cannabisblüten gibt es verschiedene Darreichungsformen, die jeweils ihre eigenen Vor- und Nachteile haben. Hier sind einige gängige Darreichungsformen:
Oral
- Tropfen: Cannabisextrakte können in Form von Tropfen eingenommen werden, die unter die Zunge getropft werden. Diese Methode ermöglicht eine genaue Dosierung und eine einfache Einnahme.
- Kapseln: Cannabisextrakte können auch in Kapseln verpackt werden, die geschluckt werden. Dies ist eine diskrete und bequeme Methode der Einnahme.
Wenn Cannabis oral eingenommen wird, zum Beispiel in Form von Tropfen oder Kapseln, tritt die Wirkung verzögert ein, hält aber in der Regel deutlich länger an. Das kann bei chronischen Beschwerden besonders vorteilhaft sein.
THC-Extrakte eignen sich beispielsweise zur abendlichen Einnahme bei Schmerzen oder Schlafstörungen, während CBD-haltige Extrakte auch tagsüber angewendet werden können.
Inhalation
- Rauchen: Cannabisblüten werden geraucht, was eine schnelle Wirkung ermöglicht, aber potenziell schädlich für die Lunge sein kann.
- Verdampfen: Cannabisblüten oder Cannabisextrakte werden mit einem Verdampfer inhaliert, was eine weniger schädliche Alternative zum Rauchen darstellt.
Topisch
- Salben oder Cremes: Cannabisextrakte werden in Salben oder Cremes formuliert, die auf die Haut aufgetragen werden. Diese lindern lokal Schmerzen oder reduzieren Entzündungen.
Mehr Informationen zu den verschiedenen Cannabis-Konsumformen findest du hier.
Welche Darreichungsform am besten geeignet ist, hängt unter anderem von deinen individuellen Bedürfnissen, der Art der Beschwerden, der gewünschten Wirkungsdauer sowie weiteren persönlichen Faktoren ab. Daher ist es wichtig, dass du dich umfassend von deinem Arzt oder Apotheker zu den unterschiedlichen Optionen beraten lässt, um die für dich passende Therapieform auszuwählen.
Die Dosierung von Cannabisextrakten und Cannabisblüten ist ein wichtiger Aspekt bei der Verschreibung von medizinischem Cannabis auf Rezept und erfordert eine individuelle Anpassung, je nach den Bedürfnissen und der Toleranz der Patient:innen.
Dabei gibt es einige wichtige Punkte, die du bei der Dosierung berücksichtigen solltest:
Cannabisextrakte
Die Dosierung von Cannabisextrakten erfolgt in der Regel in Tropfenform, wobei die Konzentration der Cannabinoide pro Milliliter Extrakt angegeben ist. Dabei wird die Dosierung schrittweise erhöht, bis die gewünschte Wirkung erreicht ist oder bis Nebenwirkungen auftreten. Du solltest mit einer niedrigen Dosis beginnen und diese langsam steigern, um deine individuelle Verträglichkeit zu testen.
Die optimale Dosierung hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Krankheitszustands des Patienten
- Gewünschtes Therapieziel
- Stoffwechselrate
- Individuelle Empfindlichkeit
Je nach Produktform, ob als THC-Kapseln, Tropfen oder Cannabisextrakt zum Verdampfen, wird die Dosierung individuell angepasst. Bei THC solltest du stets vorsichtig beginnen und dich langsam an die für dich optimale Menge herantasten, während du weiterhin in engem Kontakt mit deinem Arzt bleibst.
Cannabisblüten
Cannabisblüten werden in der Regel durch Rauchen, Verdampfen oder durch die Zubereitung von Tees oder Esswaren angewendet. Im Vergleich zu Extrakten ist die Kontrolle der aufgenommenen Wirkstoffmenge dabei schwieriger, da der THC- und CBD-Gehalt je nach Sorte der Blüten variiert.
Wie auch bei Cannabisextrakten empfiehlt es sich, mit einer niedrigen Dosis zu beginnen und diese schrittweise zu steigern, um die individuelle Verträglichkeit zu testen. Beim Rauchen oder Verdampfen setzt die Wirkung schnell ein, was eine bessere Einschätzung der benötigten Menge ermöglicht. Bei der oralen Einnahme hingegen dauert es länger, bis die Wirkung spürbar wird.
Cannabisextrakte und Cannabisblüten bieten jeweils spezifische Vorteile für die medizinische Anwendung und eignen sich je nach Einsatzgebiet unterschiedlich gut. Während Extrakte durch ihre präzise Dosierbarkeit und eine gleichmäßige, langanhaltende Wirkung überzeugen und sich besonders bei chronischen Beschwerden bewährt haben, ermöglichen Cannabisblüten eine schnelle Wirkung und eine hohe Bioverfügbarkeit, ideal zur Behandlung akuter Symptome oder Schmerzspitzen.
Beide Darreichungsformen enthalten relevante Cannabinoide und Terpene, wobei Cannabisextrakte häufig mithilfe moderner Verfahren wie der CO₂- oder Ethanolextraktion hergestellt werden. Welche Form für dich am besten geeignet ist, sollte daher immer individuell und in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt entschieden werden, um eine optimale und sichere Therapie zu gewährleisten.
Du benötigst Unterstützung bei der Auswahl der richtigen Therapieform? Wende dich an unsere Service-Hotline, um eine erste fachliche Einschätzung durch die Experten zu erhalten.
Im Folgenden finden Sie weitere Antworten auf Fragen zu diesem Thema.
Was ist der Unterschied zwischen Cannabisextrakt und Cannabisblüten?
Cannabisextrakt und Blüten sind verschiedene Darreichungsformen von medizinischem Cannabis. Cannabisextrakt wird durch Extraktion hergestellt, während die Blüten getrocknet und direkt verwendet werden.
Welche therapeutischen Eigenschaften haben Cannabisblüten und Cannabisextrakte?
Cannabisblüten und Cannabisextrakte enthalten neben THC und CBD auch Terpene und Flavonoide, die synergistisch wirken und eine höhere biologische Aktivität haben. Sie werden häufig bei der Behandlung verschiedener Beschwerden eingesetzt.
Wie unterscheidet sich die Wirkdauer von oraler Einnahme und Inhalation von Cannabisblüten?
Die Wirkdauer variiert je nach Verabreichungsform. Bei der Inhalation tritt die Wirkung schnell ein, dauert aber kürzer (30 bis 90 Minuten), während die orale Einnahme länger dauert (vier bis acht Stunden) und eine höhere biologische Aktivität aufweist.
Warum sind Extrakte in Tropfenform höher dosiert?
Extrakte in Tropfenform ermöglichen eine genauere Dosierung und sind daher oft höher konzentriert. Sie werden meist eingenommen, wenn eine hohe Dosis gewünscht wird.
Können Cannabisblüten und Cannabisextrakte ärztlich verschrieben werden?
Ja, medizinisches Cannabis in Form von Blüten oder Extrakten kann von einem Arzt verschrieben werden, um verschiedene gesundheitliche Probleme zu behandeln.
Welche Rolle spielen Terpene und Flavonoide bei der Anwendung von Cannabisprodukten?
Terpene und Flavonoide sind natürliche Verbindungen in Cannabis, die die Wirkung des THC und CBD verstärken können. Sie tragen zu den therapeutischen Eigenschaften von Cannabisblüten und Cannabisextrakten bei.
Inwiefern sind Cannabisblüten und Cannabisextrakte besser verträglich und effektiver?
Im Gegensatz zu den Blüten enthalten Extrakte neben THC und CBD auch alle weiteren Cannabinoide, Terpene und Flavonoide. Dadurch sind sie besser verträglich und gleichzeitig effektiver in ihrer Wirkung.