Die Möglichkeit, medizinisches Cannabis auf Rezept zu verschreiben, hat seit der Legalisierung enorm an Bedeutung gewonnen. Diese Entwicklung geht einher mit einem wachsenden Verständnis für die therapeutischen Möglichkeiten von Cannabis bei verschiedenen schwerwiegenden Erkrankungen. Patienten, die von herkömmlichen Therapien nicht ausreichend profitieren oder diese nicht vertragen, sehen in medizinischem Cannabis oft eine vielversprechende Alternative.
In diesem Artikel findest Du einen Überblick über den Prozess der Verschreibung von medizinischem Cannabis, die Voraussetzungen für den Erhalt eines Cannabis-Rezepts und mögliche Herausforderungen, die Patient*innen und Ärzt*innen während dieses Prozesses möglicherweise bewältigen müssen.
Was ist Medizinisches Cannabis auf Rezept?
Medizinisches Cannabis auf Rezept bedeutet, dass unter bestimmten Voraussetzungen Cannabis-Arzneimittel ärztlich verordnet werden, auf Kosten der gesetzlichen Krankenkasse. Voraussetzung ist, dass Du an einer schwerwiegenden Erkrankung leiden und herkömmliche Therapien nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden.
Das medizinische Cannabis erhältst Du ausschließlich in der Apotheke. Dabei stehen Dir verschiedene Formen zur Verfügung, darunter getrocknete Blüten, standardisierte Extrakte oder Fertigarzneimittel wie Dronabinol. Die Dosierung wird individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt und unter ärztlicher Aufsicht regelmäßig überprüft.
Infolgedessen wird Cannabis gezielt zur Linderung von Beschwerden wie chronischen Schmerzen, Multipler Sklerose oder Übelkeit eingesetzt.
Welche Wirkstoffe sind enthalten?
Die therapeutische Wirkung von Cannabis basiert auf sogenannten Cannabinoiden, das sind chemische Verbindungen, die auf das körpereigene Endocannabinoid-System wirken. Die zwei wichtigsten dieser Wirkstoffe sind THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol).
THC ist psychoaktiv, es beeinflusst Ihre Wahrnehmung, Stimmung und Ihr Schmerzempfinden. Es kann bei starker Übelkeit, Appetitlosigkeit oder chronischen Schmerzen sehr effektiv sein, birgt aber auch das Risiko für Nebenwirkungen wie Schwindel oder Müdigkeit.
CBD wirkt nicht berauschend. Es wird vor allem wegen seiner angstlösenden, entzündungshemmenden und entspannenden Eigenschaften geschätzt. CBD kann die Wirkung von THC abschwächen und ist daher besonders für sensible Patient*innen gut geeignet.
Viele medizinische Sorten enthalten eine ausgewogene Mischung aus THC und CBD, um eine effektive, aber verträgliche Wirkung zu erzielen. Welche Kombination für Dich am besten ist, hängt von Deiner Diagnose und Deiner individuellen Reaktion ab, deshalb ist eine ärztliche Begleitung unerlässlich.
Welche Arten von medizinischem Cannabis gibt es?
Wenn Dir medizinisches Cannabis ärztlich verordnet wird, stehen verschiedene Darreichungsformen zur Verfügung.
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Cannabisblüten: Sie enthalten das volle Spektrum an Cannabinoiden und Terpenen. Du kannst sie meist mit einem medizinischen Vaporizer inhalieren.
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Cannabisextrakte: Diese Tropfen ermöglichen Dir eine besonders präzise Dosierung und eine gleichmäßige Wirkung.
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Dronabinol: Ein reines THC-Präparat, das oft bei starker Appetitlosigkeit eingesetzt wird.
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Nabilon: Ein synthetisches Cannabinoid, das in Ausnahmefällen verordnet wird, jedoch weiterhin ein BtM-Rezept benötigt.
Welche Form für Dich am besten geeignet ist, entscheidet Dein Arzt oder Deine Ärztin gemeinsam mit Dir, abhängig von Deiner Erkrankung, Deinen bisherigen Erfahrungen und Deinen Behandlungszielen.
Voraussetzung für Dein Rezept:
Möchtest Du einen Antrag auf Verschreibung von medizinischem Cannabis stellen oder wirst Du gebeten, diesen für eine behandelnde Person zu erstellen, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
- Schwere Erkrankung: Die Patienten*innen müssen an einer schwerwiegenden Erkrankung leiden, die entweder lebensbedrohlich ist oder die Lebensqualität dauerhaft und nachhaltig beeinträchtigt.
- Ausschöpfung von Standardtherapien: Alle verfügbaren Standardtherapien müssen bereits eingesetzt worden sein und entweder nicht ausreichend wirksam, nicht verträglich oder nicht anwendbar sein.
- Nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf eine spürbare positive Einwirkung: Es muss eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome bestehen.
- Ärztliche Empfehlung und Antrag: Die Behandlung mit medizinischem Cannabis muss von einem Arzt oder einer Ärztin befürwortet werden. Vor Therapiebeginn muss ein ärztlich unterstützter und ausführlich begründeter Antrag auf Genehmigung bei der Krankenkasse gestellt werden.
Zusätzlich sollten andere Therapien nicht zur Verfügung stehen oder im Einzelfall nicht angewendet werden können. Die Entscheidung, medizinisches Cannabis auf Rezept zu verschreiben, liegt letztendlich im Ermessen des behandelnden Arztes oder der behandelnden Ärztin.
Gründe für und gegen eine Therapie
Es sprechen verschiedene Gründe sowohl für als auch gegen eine Therapie mit Cannabis. Damit Du Deinen Patient*innen die passende Behandlung verschreiben kannst, findest Du hier eine Übersicht.
Was spricht für eine Therapie mit Cannabis:
- Schmerzlinderung: Cannabis kann bei chronischen Schmerzen, insbesondere neuropathischen Schmerzen, eine wirksame Option sein, wenn andere Therapien nicht ausreichend wirksam sind.
- Muskelentspannung: Bei Erkrankungen wie Multipler Sklerose (MS) kann Cannabis helfen, Muskelkrämpfe und Spastiken zu reduzieren.
- Appetitanregung: Bei Patient*innen mit Appetitlosigkeit aufgrund von Erkrankungen wie HIV/AIDS oder Krebs kann Cannabis den Appetit anregen und Gewichtsverlust verhindern.
- Übelkeit und Erbrechen: Insbesondere bei Patient*innen, die sich einer Chemotherapie unterziehen, kann Cannabis Übelkeit und Erbrechen lindern und so die Lebensqualität verbessern.
- Entzündungshemmende Wirkung: Cannabidiol (CBD), ein Inhaltsstoff von Cannabis, kann eine entzündungshemmende Wirkung haben und bei entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder Morbus Crohn von Vorteil sein.
- Psychische Erkrankungen: Bei einigen psychischen Erkrankungen wie posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) oder Angststörungen kann Cannabis helfen, Symptome zu lindern.
Diese Gründe können gegen eine Therapie mit Cannabis sprechen
THC, der psychoaktive Bestandteil von Cannabis, kann Rauschzustände, Schwindel, Desorientierung sowie andere unerwünschte psychische Effekte auslösen. Darüber hinaus kann ein langfristiger und intensiver Cannabiskonsum kognitive Beeinträchtigungen wie Gedächtnisstörungen oder Konzentrationsprobleme verursachen. Auch ein gewisses Abhängigkeitspotenzial sollte berücksichtigt werden, insbesondere bei längerfristiger Anwendung. Neben den psychoaktiven Effekten können zudem körperliche Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Schläfrigkeit, Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen auftreten. Zusätzlich ist zu beachten, dass Cannabis mit anderen Medikamenten interagieren kann, insbesondere mit Substanzen, die das zentrale Nervensystem beeinflussen. Dadurch können unerwünschte Wirkungen oder Veränderungen der Medikamentenwirkung entstehen.
Für welche Krankheiten eignet sich medizinisches Cannabis auf Rezept?
Medizinisches Cannabis wird bei vielen Krankheiten verschrieben, darunter vor allem:
- Chronische Schmerzen: Insbesondere neuropathische Schmerzen oder Schmerzen im Zusammenhang mit Erkrankungen wie Fibromyalgie, Rückenmarksverletzungen oder Arthritis.
- Multiple Sklerose (MS): Zur Linderung von Muskelkrämpfen, Spastiken und neuropathischen Schmerzen.
- Krebserkrankungen: Zur Linderung von Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen und zur Anregung des Appetits bei Patient*innen, die sich einer Chemotherapie unterziehen.
- HIV/AIDS: Zur Steigerung des Appetits, zur Gewichtszunahme und zur Linderung von Schmerzen.
- Epilepsie: Insbesondere bei schwer behandelbaren Formen von Epilepsie wie dem Dravet-Syndrom oder dem Lennox-Gastaut-Syndrom.
Ein Überblick über die Studienlage zur Linderung von Erkrankungen
Medizinisches Cannabis wird zunehmend als therapeutische Option bei verschiedenen Erkrankungen betrachtet. Der Gesetzgeber in Deutschland macht keine spezifischen Vorgaben dazu, wann es eingesetzt werden kann. In erster Linie muss es sich um eine schwerwiegende Erkrankung handeln, für die keine andere Therapiealternative besteht.
Untersuchungen und Studien haben gezeigt, dass medizinisches Cannabis bei einer Reihe von Erkrankungen zur Linderung von Beschwerden eingesetzt werden kann. Eine Analyse der Techniker Krankenkasse ergab, dass es insbesondere bei chronischen Schmerzen, Spastizität bei Multipler Sklerose und Paraplegie, Epilepsie, Übelkeit und Erbrechen nach Chemotherapie sowie zur Appetitsteigerung bei HIV/AIDS indiziert sein kann.
Zusätzlich dazu zeigen Studien vielversprechende Ergebnisse bei neuropathischen Schmerzen und Tumorschmerzen. Bei Multipler Sklerose können sowohl Schmerzen als auch Spastiken durch medizinisches Cannabis gelindert werden. Darüber hinaus kann es in der Schmerztherapie eingesetzt werden, um die Einnahme von Opioiden zu reduzieren oder zu ersetzen.
Es gibt auch Hinweise darauf, dass medizinisches Cannabis bei der Behandlung von Angststörungen und anderen psychischen Problemen wirksam sein könnte, jedoch sind weitere klinische Studien erforderlich, um diese Ergebnisse final zu bestätigen.
Tierversuche legen außerdem nahe, dass Cannabis positive Auswirkungen auf die Behandlung von Arteriosklerose haben könnte und somit möglicherweise Herzinfarkten vorbeugen könnte.

Medizinisches Cannabis auf Rezept: So geht’s
Kommt eine Patient*in zu Dir und bittet Dich um ein Cannabis-Rezept, gehst Du nach folgendem Ablauf vor:
- Gespräch mit dem Arzt: Sprich als der behandelnde Arzt*in über die Möglichkeit einer Cannabistherapie. Diskutiere die Symptome, den bisherigen Behandlungsverlauf und die Behandlungsoptionen.
- Medizinisches Cannabis auf Rezept beantragen: Gemeinsam mit Deinen Patient*innen stellst Du einen Antrag auf Genehmigung für medizinisches Cannabis bei der Krankenkasse. Dieser Antrag muss ärztlich unterstützt und ausführlich begründet werden.
- Prüfung durch die Krankenkasse: Die Krankenkasse prüft den Antrag. In den meisten Fällen wird der Medizinische Dienst hinzugezogen, um den Anspruch zu beurteilen.
- Genehmigung: Erfolgt die Genehmigung, erhalten die Patient*innen einen Bescheid von der Krankenkasse. Damit ist die Kostenübernahme für die Therapie mit medizinischem Cannabis bestätigt.
- Verschreibung durch den Arzt: Stelle nun das Cannabis-Rezept auf einem Kassenrezept aus. Die Dosierung wird individuell angepasst, um optimale Ergebnisse zu erzielen und unerwünschte Nebenwirkungen zu minimieren.
- Therapieüberwachung: Während der Therapie überwachst Du die Reaktionen der Patient*innen auf das Cannabis-Arzneimittel. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind wichtig, um die Wirksamkeit der Behandlung zu überprüfen und eventuelle Nebenwirkungen zu kontrollieren.
- Anpassung der Therapie: Bei Bedarf kannst Du die Dosierung oder das Cannabis-Präparat anpassen, um die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten.
- Regelmäßige Überprüfung: Die Wirksamkeit und Verträglichkeit der Cannabistherapie werden regelmäßig überprüft, um sicherzustellen, dass sie weiterhin angemessen ist und Ihren Bedürfnissen entspricht.
Um die passende Sorte und Dosierung zu finden, ist es empfehlenswert, mit einem Experten für medizinisches Cannabis zu sprechen. Dies kannst Du schnell, einfach und kostenlos über die Cannamedical Service-Hotline tun, die sich konkret an Ärzte*innen und Apotheker*innen richtet.
Welcher Arzt verschreibt ein Cannabis-Rezept?
Häufig stellt sich auch die Frage, welcher Arzt*in Cannabis verschreiben darf. Die Antwort ist ganz einfach:
Ein Cannabis-Rezept kann von jedem Arzt oder Ärztin ausgestellt werden, der eine ärztliche Zulassung besitzt. Das umfasst Hausärzte sowie Fachärzte in verschiedenen medizinischen Bereichen wie Schmerztherapie, Neurologie, Onkologie, Palliativmedizin und Psychiatrie.
Medizinisches Cannabis auf Rezept: Das sind die Kosten
Bei einem Cannabis-Rezept fallen für die Patient*innen verschiedene Kosten an:
- Kosten für das Medikament: Obwohl die Krankenkasse die Kosten für das Medikament übernimmt, müssen die Patient*innen möglicherweise eine gesetzliche Zuzahlung leisten. Diese beträgt in der Regel zehn Prozent des Preises für das Medikament, jedoch mindestens 5,00 Euro und höchstens 10,00 Euro.
- Kosten für ärztliche Leistungen: Die Kosten für ärztliche Konsultationen und Untersuchungen im Zusammenhang mit der Cannabis-Therapie variieren je nach Versicherung und ärztlicher Praxis.
- Kosten für das Antragsverfahren: Falls zusätzliche Untersuchungen oder Gutachten für den Antragsprozess erforderlich sind, können dem Patienten auch dafür Kosten entstehen.
Es ist ratsam den Patient*innen zu empfehlen, sich im Vorfeld genau über die Kosten und Möglichkeiten der Kostenerstattung durch die Krankenkasse zu informieren.
Der Antrag wurde abgelehnt – daran kann es liegen
Wenn ein Antrag auf medizinisches Cannabis abgelehnt wurde, kann dies verschiedene Gründe haben:
- Ungenügende medizinische Begründung: Die medizinische Begründung für die Notwendigkeit der Cannabis-Therapie wurde nicht ausreichend dargelegt oder der behandelnde Arzt konnte nicht überzeugend vermitteln, warum andere Therapien nicht wirksam sind oder nicht angewendet werden können.
- Fehlende Nachweise oder Unterlagen: Der Antrag ist unvollständig oder es fehlen bestimmte erforderliche Unterlagen oder Nachweise, die die Notwendigkeit der Cannabis-Therapie unterstützen.
- Nichterfüllung der Voraussetzungen: Die Patient*innen erfüllen nicht alle Voraussetzungen, die für die Genehmigung einer Cannabis-Therapie erforderlich sind. Dazu gehören beispielsweise eine schwerwiegende Erkrankung und das Ausschöpfen aller Standardtherapien.
Mangelnde Unterstützung durch den Medizinischen Dienst: Wenn der Medizinische Dienst der Krankenkasse (MDK) oder ein vergleichbares Gutachtergremium zu dem Schluss kommt, dass die Voraussetzungen für eine Kostenübernahme nicht erfüllt sind, könnte der Antrag abgelehnt werden.
Rechtliche Lage bei medizinischem Cannabis auf Rezept
Seit dem 1. April 2024 können Ärzt*innen in Deutschland Cannabis zu medizinischen Zwecken auf einem normalen Rezept verordnen. Diese Änderung ist Teil des neuen „Gesetzes zum kontrollierten Umgang mit Cannabis und zur Änderung weiterer Vorschriften“ (Cannabisgesetz), das von Bundestag und Bundesrat verabschiedet wurde. Mit diesem Gesetz unterliegt die Verordnung von Cannabisarzneimitteln nicht länger dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG), sondern dem neuen „Gesetz zur Versorgung mit Cannabis zu medizinischen und medizinisch-wissenschaftlichen Zwecken“. Somit ist ein Betäubungsmittelrezept (BtM-Rezept) für die Verordnung von Medizinalcannabis nicht mehr notwendig.
Eine Ausnahme bildet der Wirkstoff Nabilon (Handelsname Canemes), der weiterhin auf dem BtM-Rezept verordnet werden muss. Nabilon ist ein synthetisches Cannabinoid, das strukturell dem THC ähnelt und in Anlage III des BtMG aufgeführt bleibt. Dies bedeutet, dass Nabilon, im Gegensatz zu Dronabinol und getrockneten Cannabisblüten oder -extrakten, weiterhin strengen betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften unterliegt.
Für Ärzt*innen und Apotheker*innen ist es wichtig zu wissen, dass Patient*innen mit einer schwerwiegenden Erkrankung seit März 2017 unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf die Versorgung mit Cannabis haben. Haus- und Fachärzte dürfen getrocknete Cannabisblüten und -extrakte, sowie Arzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol und Nabilon verordnen, wobei die Krankenkassen im Regelfall die Kosten übernehmen.
Vor der erstmaligen Verordnung müssen die Patient*innen die Genehmigung ihrer Krankenkasse einholen, außer in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung. Bei der Verordnung von Cannabisblüten ist eine Begründung notwendig und das Wirtschaftlichkeitsgebot ist stets zu beachten.
Fazit: Medizinisches Cannabis auf Rezept bei Notwendigkeit kein Problem
Medizinisches Cannabis auf Rezept stellt für Patient*innen mit schwerwiegenden Erkrankungen eine wichtige Therapieoption dar, insbesondere dann, wenn herkömmliche Behandlungen nicht ausreichend wirksam sind oder nicht vertragen werden. Trotz klar definierter Voraussetzungen und formaler Genehmigungsverfahren ist der Zugang in Deutschland grundsätzlich möglich, sofern eine medizinische Notwendigkeit besteht.
Die Verordnung von medizinischem Cannabis kann Betroffenen die Chance auf eine spürbare Symptomlinderung und eine verbesserte Lebensqualität eröffnen. Gleichzeitig ist eine sorgfältige ärztliche Begleitung entscheidend, um Dosierung, Wirksamkeit und Verträglichkeit individuell abzustimmen.
Wird ein Antrag zunächst abgelehnt, sollte dies nicht als endgültige Entscheidung verstanden werden. Häufig können durch ergänzende medizinische Begründungen oder zusätzliche Unterlagen neue Perspektiven geschaffen werden.
Insgesamt zeigt sich: Bei klarer Indikation und fachgerechter Betreuung kann medizinisches Cannabis eine sinnvolle und wirksame Ergänzung im therapeutischen Spektrum darstellen.
FAQ zum Thema Cannabis auf Rezept
Im Folgenden findest Du Antworten auf weitere Fragen zum Thema “Medizinisches Cannabis auf Rezept”.
Was müssen Ärzte bei der Verordnung von Cannabis wissen?
Ärzt*innen müssen über die verschiedenen Formen der Zubereitung von Cannabis informiert sein, einschließlich der Verordnung von medizinischem Cannabis in Form von getrockneten Blüten oder Extrakten. Sie sollten auch die potenziellen Nebenwirkungen und die richtige Dosierung kennen.
Wie funktioniert die Kostenübernahme durch die Krankenkasse für medizinisches Cannabis?
Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse erfolgt, wenn eine ärztliche Verordnung für Cannabis vorliegt und die Therapie mit medizinischem Cannabis als notwendig erachtet wird. Patienten müssen möglicherweise einen Antrag auf Kostenübernahme stellen.
Welche Nebenwirkungen können bei der Behandlung mit Cannabis auftreten?
Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören Schwindel, Müdigkeit, Mundtrockenheit und Veränderungen des Appetits. Es ist wichtig, dass Patient*inne mit einem Arzt oder Ärztin über mögliche Nebenwirkungen sprechen, bevor sie mit der Therapie beginnen.
Seit wann ist die Verordnung von medizinischem Cannabis in Deutschland erlaubt?
Die Verordnung von medizinischem Cannabis ist seit 2017 in Deutschland legal. Dies ermöglicht Ärzt*innen, Cannabis als Medikament zu verschreiben, wenn andere Therapien nicht wirksam sind.
Welche Formen von Cannabis können verordnet werden?
Cannabis kann in verschiedenen Formen verordnet werden, einschließlich getrockneter Blüten, Ölen und Sprays. Die Wahl der Form hängt von den individuellen Bedürfnissen des Patienten und der ärztlichen Empfehlung ab.
Was sollten Patient*innen über die Therapie mit medizinischem Cannabis wissen?
Patienten sollten wissen, dass die Therapie mit medizinischem Cannabis individuell angepasst werden muss. Es ist wichtig, regelmäßig mit dem behandelnden Arzt zu kommunizieren, um die Wirksamkeit und mögliche Nebenwirkungen zu überwachen.
Welche Ärzte dürfen Cannabis verordnen?
In Deutschland dürfen verschiedene Ärzte, einschließlich Hausärzte und Fachärzte, Cannabis verordnen, solange sie die entsprechenden Kenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit der Verordnung von medizinischem Cannabis haben.